Dr. jur. Benno Grunewald
Schwachhauser Heerstraße 57
28211 Bremen

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Grundsätze der Mediation

Warum Mediation?

Konflikte, Streit und Auseinandersetzungen gehören zum menschlichen Zusammenleben und -arbeiten. Die Frage ist, wie damit umgegangen wird.

Häufig werden Konflikte nicht wirklich gelöst, sondern eher »unter den Teppich gekehrt«, schwelen dann weiter und enden nicht selten in einem Rechtsstreit. Vor Gericht endet dies dann entweder mit einem Sieg für den einen Beteiligten und einer Niederlage für den Anderen oder mit einem Vergleich, der oft von beiden Beteiligten als fauler Kompromiss und damit als unbefriedigend empfunden wird. Darüber hinaus führt jeder Rechtsstreit meist zu nachhaltigen Verhärtungen und verhindert jegliche zukünftige fruchtbare Kooperation.

Hier setzt die Mediation an. Es handelt sich um ein strukturiertes Verfahren, welches die Beteiligten in die Lage versetzt, ihren Konflikt letztlich selbst zu lösen. Im Rahmen der Mediation kann jeder als sein eigener Experte des Konflikts seine Wünsche und Bedürfnisse einbringen.

Der Mediator macht dabei keine Vorschläge, gibt keine Lösungen vor und entscheidet auch nicht, sondern ist ausschließlich für den Verfahrensablauf und die aktive Unterstützung der Beteiligten auf deren Weg zur Lösung zuständig.


Was ist Mediation?

Um nachvollziehen zu können, was Mediation ist, muss sie erlebt werden. Mediation ist ein dynamischer Prozess, der die Beteiligten mit der Unterstützung des Mediators zu häufig vollkommen überraschenden aber daher umso besseren Lösungen führt. Lösungen, hinter denen alle Beteiligten stehen, die tragfähig und zukunftssicher sind.


5 Prinzipien der Mediation

Die Allparteilichkeit (Neutralität) des Mediators, dass heisst, der Mediator vertritt nicht die Interessen einer Partei, sondern wendet sich allen Konfliktbeteiligten gleichermaßen zu, um diese bei der Suche nach einer für alle guten Lösung zu unterstützen.

Die Vertraulichkeit der Informationen, dass heisst, zwischen den Parteien und dem Mediator gilt die Vereinbarung, dass sämtliche im Rahmen der Mediation bekannt werdenden Informationen von allen Beteiligten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben werden.

Die Eigenverantwortlichkeit der Beteiligten, dass heisst, nicht der Mediator sondern die Parteien sind für die Inhalte und das Ergebnis der Mediation verantwortlich.

Die Informiertheit der Beteiligten, dass heisst, die Beteiligten sollen in jeder Phase der Mediation über ihre Situation in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht umfassend informiert sein bzw. sich entsprechende Informationen und Beratung einholen.

Die Freiwilligkeit der Beteiligten, dass heisst, die an der Mediation teilnehmenden Parteien sollten die grundsätzliche Bereitschaft haben, sich auf das Verfahren einzulassen.


Phasen der Mediation

In der Mediation durchlaufen die Beteiligten mit Unterstützung des Mediators mehrere Phasen:

Vorbereitung
Klärung der Voraussetzungen der Mediation.

Themensammlung
Benennung aller für den Konflikt wichtigen Aspekte.

Interessenformulierung
Herausarbeitung aller Wünsche und Bedürfnisse im Zusammenhang mit dem Konflikt.

Lösungsfindung
Formulierung von möglichen Lösungen des Konflikts.

Bewertung
Auswahl der optimalen Lösung.

Vereinbarung
Fixierung der ausgewählten Lösung in schriftlicher Form.


Welches Risiko ist mit Mediation verbunden?

Das einzige Risiko liegt im Scheitern der Mediation. Dann wurden Zeit und Geld aufgewandt, ohne dass ein konkretes Ergebnis zustande gekommen ist.

Die Wahrscheinlichkeit des Scheiterns ist jedoch erfahrungsgemäß sehr gering, wenn in der Vorbereitung festgestellt wurde, dass sich der Konflikt für die Mediation eignet und sich die Beteiligten auf das Verfahren einlassen und mitmachen.

Selbst eine gescheiterte Mediation wird aber regelmäßig noch positive Auswirkungen haben, da die Beteiligten zwar ihren konkreten Konflikt nicht gelöst, aber einen vollkommen anderen Umgang mit Problemen kennen gelernt haben. Dies kann zu einem zukünftigen geänderten Konfliktverhalten führen.

Schließlich ist das finanzielle Risiko sehr überschaubar: Mediationen werden nach Stunden- oder Tagessätzen abgerechnet und können jederzeit beendet werden.


Welche Chancen bietet Mediation?

Mediation bietet als einziges Verfahren eine

  • schnelle, preiswerte und zukunftssichere Lösung von Konflikten.
  • Schnell, weil mit der Mediation "aus dem Stand" begonnen werden kann.
  • Preiswert, weil die Mediation (fast) immer den zeitlichen und geldlichen Aufwand wert ist.
  • Zukunftssicher, weil eine erfolgreiche Mediation den Konflikt zur Zufriedenheit aller Beteiligten wirklich löst.

Und schließlich: Mediation als Prophylaxe?

In der Regel wird die Mediation erst in Betracht gezogen, wenn der Konflikt eingetreten ist. Häufig sind Konflikte aber vorhersehbar wie z.B. bei der Verteilung eines festen Budgets auf mehrere Abteilungen eines Unternehmens; wie z.B. bei der Besetzung einer Stelle, für die mehrere interne Bewerber in Frage kommen oder wie z.B. bei Fragen der Unternehmensnachfolge.

Das Verfahren der Mediation ist auch geeignet, drohende Konflikte gar nicht erst entstehen zu lassen und somit spätere Streitigkeiten zu vermeiden.